Peter Fischer - Dienstleistungen rund ums Pferd

7 Tage Wanderritt

Alleine mit meinem Randy vom Rupertiwinkel über den Pinzgau nach Tirol und zurück durch die Chiemgauer Alpen

Im August unternahm ich eine Woche alleine mit meinem Pferd einen Wanderreiturlaub ohne konkretes Ziel, ohne Begleitfahrzeug, und ohne vorgeplante Route.

Ich suchte mir im Vorfeld lediglich verschiedene Einstellmöglichkeiten für meinen Randy im Pinzgau und Tirol zusammen, ohne jedoch konkrete Termine oder ähnliches zu vereinbaren, da ich mir keinen Zeitdruck aufbauen wollte.

Insgesamt legte ich in 7 Tagen ca. 170 km im bergigen Gelände zurück, wobei ich einen Pausentag in der Mitte der Strecke einlegte, und überwand in Summe ca. 1800 Höhenmeter auf und ab. Da während der gesamten Woche Temperaturen zwischen 30 und 38 Grad angesagt waren, entschloss ich mich die einzelnen Etappen auf die frühen Morgenstunden zu legen und versuchte stets gegen Mittag mein Tagesziel zu erreichen.

Auf meiner gesamten Tour traf ich nur nette und freundliche Menschen!

Vielen lieben Dank an Alle, die mich mit tollen Tipps bestens versorgt hatten.

Am Samstag den 03.08.13 um 4 Uhr läutete dann der Wecker und für mich begann eine traumhaft schöne Woche. Um 5:30 war Randy dann gesattelt und wir konnten am Eschlberg in Ainring starten

Von hier aus ging es dann an die Saalach, einem Fluss dem wir die nächsten Tage immer in Richtung Süden folgen sollten. Zuerst durch die zugewachsene Au und dann anschließend direkt in die Saalach um die aufgehende Sonne gebührend zu begrüßen.



Saalachau




Saalach bei Bichelbruck


Morgensonne in der Saalach

Wenige Wochen vor unserer Tour führte die Saalach und verschiedene andere Flüsse in unserer Gegend ein verheerendes Hochwasser, dessen Folgen noch allgegenwärtig sind. Hier ist z.B. der Uferweg komplett ausgewaschen und man muß über die Wiese ausweichen.

Saalachuferweg

Über Piding und Staufenbrücke führte uns der Weg dann nach Bad Reichenhall, wo wir erstmalig die Saalach überquerten  und die morgendliche Ruhe in den sonst stark von Erholungssuchenden, frequentierten Reichenhaller Saalachauen genossen.

Nun überquerten wir zum zweiten mal über den Nonner Steg die Saalach und hatten auch schon mal einen ersten Blick in die Berge, die wir an diesem Tag noch hinter uns lassen sollten.

Da wir nun schon 3 Stunden unterwegs waren stieg ich ab und Randy konnte sein wohlverdientes zweites Frühstück zu sich nehmen.

Anschließend führte ich Randy auf den Asphaltstraßen von Nonn bis zum Saalachsee nach Kibling.

Der Berg im Hintergrund ist die Reiteralm, an deren Fuße lag unser heutiges Ziel Schneizelreuth.

Der Weg entlang des Sees war auch während der Unwetter an mehreren Stellen durch Muren verschüttet worden, ist aber mittlerweile wieder freigeräumt.

Auch die Biber sind bei uns weider heimisch geworden, wie man an diesem gefällten Baum am Saalachsee deutlich erkennen kann.

Nun waren wir schon mitten in den Bergen  und erreichten am hinteren Ende des Saalachsees die Ortschaft Fronau, wo wir die Saalach für heute das letzte mal überquerten.

Nachdem ich meinen Randy wieder ein Stück geführt hatte, ging es auf einem traumhaft schönen Weg unserem Tagesziel dem Haiderhof entgegen. Randy war immer noch voller Energie, so dass wir ein besonders schönes weiches Wegstück für einen flotten Galoppp nutzten. Nun waren auch bei mir die Lebensgeister wieder zurückgekehrt und wir erreichten gegen Mittag den Haiderhof.


Randy wurde sogleich von jeglichem Ballast befreit, ein wenig abgewaschen und konnte anschließend sofort seine Box beziehen und ausgiebig Heu mampfen.

Auch ich konnte das Matratzenlager beziehen und ließ mir die erste Radlerhalbe im Biergarten schmecken. Mittlerweile hatte es mehr als 30 Grad und ich gab meiner Müdigkeit nach und testete erst mal für ein halbes Stündchen das Matratzenlager und die Dusche. ---  Perfekt ----

Nachdem ich mit der Stallbesitzerin und Wirtin über meine nächste Tagesetappe gesprochen hatte, sagte sie mir dass der Steig nach Oberjettenberg eher grenzwertig für Pferde sei und ich sollte mir das doch mal ansehen. Gesagt, getan also hinter dem Haus rum  und rauf nach Oberjettenberg. Der Wegweiser sagte 40 Minuten bergauf und in der Tat war der Weg nicht gerade im allerbesten Zusand und an einigen Stellen ging es neben dem Weg sehr steil bergab.

Dafür ist der Ausblick oben dann auf die Reiteralm traumhaft!

Zurück ging ich dann über die Aschauerklamm, wo ich mich dann im eiskalten Gebirgsbach erfrischen konnte.

Unten angekommen besprach ich nochmal mit der Wirtin die Strecke und beschloss, den soeben besichtigten Steig im Morgengrauen zu gehen. Nun bekam Randy noch seinen Hafer, welchen ich freundlicherweise von einer Einstellerin gegen eine Radlerhalbe eintauschen konnte, und ich ging  dann nach dem Abendessen bald ins Bett.

In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter und als Randy und ich gegen halb 6 Uhr losgingen, war der Steig nach Oberjettenberg noch mehr ausgewaschen als am Vortag und die nassen Äste der Sträucher hingen in den Weg herein so dass wir uns vorkamen als gingen wir durch eine Autowaschstraße. Die besonders ausgesetzten Stellen führte ich Randy und wir kamen gut voran.



Das Foto entstand bereits am Vortag

In Oberjettenberg machte Randy noch eine ausgiebige Trinkpause und dann machten wir uns im Licht der aufgehenden Sonne auf den Weg zur Aschauerklause.





Na Sowas !

Sag was nun du da oben ??




 

Nun gehts kontinuierlich bergauf









Selbstportrait










Morgenstimmung



Die Aschauerklause ist eine Art Staudamm, hier wurde früher das Wasser aufgestaut um dann in einem Schwall das gefällte Brennholz für die Saline in Bad Reichenhall durch die Aschauer Klamm talwärts zu spülen. Etwa eine Stunde nach der Aschauerklause überquerten wir die Österreichische Grenze und machten hier auch eine kleine Fresspause.

Wir überschritten hier auch den höchsten Punkt dieser Tagesetappe (ca. 880m). Da wir am Morgen auf 538m starteten, hatten wir in gut zwei Stunden ca. 340 Höhenmeter überwunden, wobei es mehrmals längere Strecken auch bergab ging und so die tatsächlich überwundenen Höhenmeter sicher über 400 liegen.

Brav, Randy!

Von nun an gings bergab und das bedeutete für mich absteigen und führen, denn ich bin der Meinung, dass man hier die Gelenke und Sehnen des Pferdes sehr gut entlasten kann.

Zuerst erreichen wir die Aschauer Almen, wo Randy gleich den ersten Brunnentrog für sich in Anspruch nahm und direkt vor der Almhütte ein ausgiebiges Trinkgelage veranstaltete. Eine ältere Dame beobachtete uns vom Fenster aus und als ich fragte, ob das in Ordnung ist dass wir hier trinken, ergab sich ein sehr freundliches kurzes Gespräch und ich konnte erfragen, dass bis zur nächsten Ortschaft Reit(h) zwar mehrere Viehroste kommen aber man kann immer auch daneben durch ein Gatter gehen. Also konnte meine Zange vorerst in der Packtasche bleiben.

Auf dem weiteren Abstieg nach Reit(h) entdeckten wir auch eine kleine Schlange am Wegesrand, welche sich nach dem nächtlichen Gewitter in der morgendlichen Sonne aufwärmte. Randy war allerdings nicht beeindruckt.

Unterwegs machten wir noch am Bach eine kleine Pause, aber hier waren die Bremsen so böse, dass Randy das frische Grün links liegen ließ und nur noch weiter wollte. So kamen wir dann nach Reit(h). Die Schreibweise variiert offensichtlich je nach Land in Bayern ohne, im Pinzgau mit "h". Und wo blieb Randy wieder hängen ? Natürlich am Brunnen! 


Nun ging es wieder ein wenig bergauf, bergab auf einem wunderbaren Radweg und wir erreichten schließlich über Au unser Tagesziel Lofer. Dem Stallbesitzer hier hatte ich am Morgen eine SMS geschickt, dass ich gegen Mittag kommen würde und auch hier hat alles perfekt geklappt. Schön langsam stellte sich eine gewisse Routine ein. Ankommen, Pferd versorgen, Zimmer beziehen, Siesta, Hafer von einer Einstellerin gegen Radler tauschen, Pferd füttern, ab ins Dorf Abendessen.

Allerdings kam es in Lofer etwas anders , denn als ich gerade einen Milchkaffee bestellt hatte wurde es finster und es kam ein gewaltiges Gewitter.

Nachdem der Spuk vorbei war ging ich zurück zum Stall. Hier saß ich noch länger mit dem Stallbesitzer Bernhard vor einer gemütlichen Hütte mit traumhaftem Ausblick auf die Loferer Steinberge. Am nächsten Morgen pressierte es nicht so sehr denn die geplante Etappe sollte wohl nicht so lange sein und es würde reichen, wenn ich um 8 Uhr losreite, dachte ich........

Am nächsten Morgen hatte ich mich dann noch bei meinen total netten Wirtsleuten und am Stall etwas verratscht und war so erst um halb 9 Uhr fertig.

Nun gingen wir zum letzten Mal ein Stück entlang der Saalach und überquerten diese dann über den Hubertussteg. Durch Lofer in Richtung Waidring /Tirol führte uns der Weg nun endgültig weg von der Saalach richtung Westen. Ihr könnt es euch schon denken aber auch diese Etappe bescherte traumhafte Reitwege und Ausblicke


Gegen Mittag erreichten wir Waidring und hatten somit erst ca 2/3 unserer Tagesetappe hinter uns. Wie immer um die Mittagszeit zeigte das Thermometer aber schon deutlich über 30 Grad.

Seit dem Morgen versuchte ich meinen nächsten Stall, den Hanneshof in Erpfendorf zu erreichen aber leider klappte das nicht. Da ich nun nicht wußte wie weit wir heute noch gehen mussten, beschloss ich die nächste Stunde, einen größeren Ansteig hinter Waidring, zu führen . Nun waren wir wieder im Wald und es war bedeutend angenehmer. Auf einer Lichtung machten wir nochmal Pause, Randy fand die Kräuter offensichtlich besonders lecker, denn er konnte gar nicht genug davon bekommen.  Randy fand noch eine größere Pfütze zum saufen und so waren wir wieder gestärkt für das was kommen sollte.

Also raus aus dem Wald auf den Radweg und nach Erpfendorf, so der Plan. Aaaaaaber wie wir ja wissen war da das Hochwasser..........

Also gab es den Radweg plötzlich nicht mehr dafür zwei große Bagger, die gerade damit beschäftigt waren aus dem Kieseinerlei einen Bach, einen Damm mit Bäumchen und einen Radweg neu zu gestalten. EinTraum für Männer die schon immer mal im großen Sandkasten spielen wollten.

Aber für Randy ????

Kein Problem, der ist so cool, wir warteten gefühlt mindestens eine halbe Stunde bis gnädigerweise einer der Bagger so weit zur Seite fuhr, dass wir zwischen den lärmenden Baumaschinen und dem Abgrund vorbei konnten und schon ging es nach ein paar hundert Metern durch die Wildnis auf dem Radlweg weiter. Nun blieb noch die Frage, warum ich am Hanneshof niemanden erreichen konnte, und wo wir heute Nacht schlafen würden?

Als wir am Hanneshof ankamen hat sich alles dann ganz schnell geklärt. Randy bekam sofort eine Box, und ich ein Zimmer in einer Pension im Dorf.

Beim Gewitter am Vortag hatte wohl ein Blitz eingeschlagen und die Telefonleitung erwischt. Daher konnte ich niemanden erreichen.


Randy fühlte sich sofort total wohl dort, und wir beschlossen am nächsten Tag einen Ruhetag einzulegen, da wir ja bereits drei Tage und ca 90 Km in den Bergen bei teilweise über 30 Grad hinter uns hatten.

Randy durfte auf die Koppel direkt zwischen den Hotelzimmern und dem Golfplatz und nutzte die Gelgenheit sich den Bauch richtig vollzuschlagen und einige flotte Runden zu galoppieren.


Ich hatte ausgiebig Zeit, meine Wäsche zu waschen und fuhr dann mit dem hoteleigenen Mountainbike nach Kirchdorf /Tirol um dort einen Eiskaffee zu trinken (hat sich aber nicht rentiert)

Am Hanneshof gibt es viele Schulpferde und es werden dort auch geführte Ausritte angeboten. Also unterhielt ich mich mit den Hoteliers wie ich denn meine nächste Etappe planen könnte. Ich hatte vor nach Reit im Winkel zu gehen aber über die Almen. Hiervon wurde mir aber dringend abgeraten, denn es gibt sehr viele Viehsperren und die Almen sind allesamt bewirtschaftet und die Bauern sehen es wohl nicht gerne wenn hier Reiter kommen. Um keine Probleme zu bereiten, entschloss ich mich im Tal nach Kössen und dann nach Reit im Winkel zu reiten. Hier konnte man mir, wie konnte es anders sein, auf Grund des Hochwassers auch nicht sagen welche Wege gehen oder nicht, außerdem seien wohl einige Brücken von den Fluten mitgerissen worden.

Am nächsten Tag stand ich wieder um 4 Uhr auf und fuhr mit dem Mountainbike zum Stall um Randy zu satteln.



Um kurz nach 5 war ich dann startklar und es ging mit dem ersten Tageslicht los!


Nach wenigen hundert Metern führte uns der vom Hotel empfohlene Weg erstmal einige Zeit durch ein ausgetrocknetes Bachbett, bevor wir dann an einem schönen weichen Uferweg (durch das Hochwasser ist der gesamte Weg mit einer Sandschicht überzogen und man reitet wie auf dem Reitplatz) auch längere Strecken im Trab recht flott vorankamen.

Und dann kam was kommen musste: Wieder mal hatte das Hochwasser den Uferweg weggespült, aber an einer so ungünstigen Stelle, dass man nicht ausweichen konnte.

Also umkehren und auf die Bundesstraße, Bravo!

Schließelich ging dann kurz vor Kössen wieder ein Wanderweg nach Reit im Winkel. Oberhalb von Kössen legten wir auf einer schönen Bergweide noch eine längere Fresspause ein und setzten dann unseren Weg Richtung Reit im Winkel fort.

Nun war es nicht mehr weit zurück nach Bayern


Nach einer weiteren knappen Stunde kamen wir an unserem Tagesziel dem Glapfhof in Reit im Winkel an, wo wir von der Chefin des Hauses bestens betreut wurden, und es begann der bereits perfekt eingespielte Ablauf: Ankommen, Pferd versorgen, Zimmer beziehen .......

 






Randy durfte hier auf der Koppel übernachten und bekam einen Tinker als Gesellschaft dazu. Ich genoss noch das vorzügliche Abendessen auf der Terrasse vom Glapfhof mit herrlichem Blick über Reit im Winkel. Wie immer schlich ich mich früh morgens ohne Frühstück davon und ritt weiter über Seegatterl zum Waidsee.

Auffahrt der Mautstraße zur Winkelmoosalm und Talstation der Seilbahn

(mehr gibts in Seegatterl neben einem riesigen Parkplatz und einem Campingplatz nicht zu sehen)


Weiter ging der Weg am Lödensee entlang, wo die morgendliche Stimmung und die saftige Wiese zu einer kleinen Pause einlud. Natürlich nahm Randy einen kräftigen Schluck aus der großen "Pfütze"





Wir folgten schon den ganzen Morgen der Trasse der ehemaligen Waldbahn von Reit im Winkel nach Ruhpolding, welche zum Abtransport des Holzes gebaut wurde und nach dem Krieg stillgelegt und dann abgebaut wurde. Der Bahndamm ist aber größtenteils noch erhalten und dient als Wanderweg und im Winter als Langlaufloipe. Vorbei am Förchensee erreichten wir das Biathlonzentrum Ruhplding





Nun gingen wir immer an der Traun entlang (und manchmal auch in der Traun) nach Ruhpolding, wo Randy auf dem Gestüt Brendlberg seine Box beziehen durfte und ich fand auch in der Nähe eine Übernachtungsmöglichkeit. Pferd versorgen.....











Nun kam es wie es kommen musste:

Der letzte Tag


Wie immer frühmorgens Abmarsch



Randy bepackt


Los ging es um 6 Uhr vorbei am Golfplatz Zell / Ruhpolding zum nächstbesten Brunnen


Nach knapp 2 Stunden erreichten wir Inzell und das Wetter wurde immer schlechter.

Kurz nach Adelgass begann es dann zu regen, aber wir hatten noch ca. 4 Std bis zum Heimatstall. Also zog ich zum ersten mal auf dieser Tour meinen Poncho an und weiter ging es.

Kurz vor Anger machten wir noch eine Pause und Randy bekam das letzte Kraftfutter , welches er jetzt brav 6 Tage getragen hatte. Schließlich mußten wir noch den Högl überqueren, was nochmal 300 Höhenmeter bedeutete. Vorbei an Anger ging es in Richtung Stroblalm.

Das Wetter wurde immer schlechter und der Fersehturm am Högl verschwand in den Wolken.

Schließlich verschwanden auch wir in den Wolken......

Nun kannte auch Randy die Strecke wieder und wir sausten im schnellen Galopp mit wehendem Poncho wie eine Fledermaus  über unsere Lieblingsgaloppstrecken zurück zum Eschlberg nach Ainring



Daheim ! 

( Hätte leicht noch eine 2.Woche dauern können )

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Tagestour rund um den Högl mit Einkehr auf der Neubichler Alm 23.06.13


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3-Tages-Tour rund um den Staufen 18 - 20.05.

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Orientierungsritt in Lochen am See/ Oberösterreich am 25.05.2013